Die Linke - Sammelbecken unterschiedlicher Weltanschauungen

TOP 2
Die Problematik des Fünf-Parteien-Systems in deuschen Landtagen

Ein Kommentar

Der Einzug der Partei Die Linke in die Landtage Hessens und Niedersachsens läutet eine neue Ära ein. Angesichts der Feindlichkeiten zwischen dem bürgerlichen Parteibündnis Schwaz-Gelb und der abgewählten Regierungsgemeinschaft aus Rot-Grün werden die Koalitions-Bildungen zukünftig durch ein neues Fünf-Parteien-System erschwert. Problemorientiertes Regieren ist praktisch außer Kraft gesetzt. Fünf Gruppierungen mit unterschiedlichen Prämissen und Schwerpunkten bedeutet Stillstand und Stagnation statt Fortschritt. Dass die von Oskar Lafontaine und Gregor Gisy geeinten Altkommunisten und Rückwärtsgewandten bei Bilden von mehrheitsfähigen und überlebensfähigen Koalitionen leider viel zu oft das Zündlein an der Waage spielen werden, ist der Demokratie alles andere als dienlich. Die Linke hat in westdeutschen Parlamenten, das hat der Wahlkampf in Hamburg gezeigt, nichts zu suchen. Auch wenn die erschreckenden Äußerungen der inzwischen von den Wahllisten gestrichenen Christel Wegner über den Wiederaufbau der Mauer und die -einführung eines Stasi-ähnlichen Sicherheitsdienstes von einem DKP-Mitglied stammen - bahnbrechende Unterschiede in den geistigen Visionen der Linke-Abgeordneten existieren nicht.
Dass WESTFALEN-BLATT liegt daher richtig mit seiner Einschätzung, dass die Linke in Wirklichkeit gar keine Partei sei, "sondern ein Sammelbecken unterschiedlichster Weltanschauungen, die lediglich das Etikett »links« eint."
Bleibt nur zu hoffen, dass die verbleibenden vier Parteien an einem Strang ziehen und gemeinsam den aufstebenden Störenfrieden den Garaus machen. Dass mit der Linken keine gemeinsame Politik zu betreiben ist, weiß auch die SPD - trotz allen entgegen lautenden Vorwürfen seitens Union und FDP. Ihr Vorsitzender macht auch keinen Hehl aus seiner Abneidung gegen "blutrot". Dennoch vermag der rhetorisch schlecht geschulte Kurt Beck dem Wählervolk dies nicht so recht nahe bringen, wenn er in Interviews verharmlosend von der "sogenannten Linken" spricht.

21.2.08 02:28

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen